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Bild zeigt einen Führerschein

7 Schritte zum Führerschein

1. Suche der geeigneten Fahrschule
2. Der Antrag bei Ihrem Kostenträger (Leistungsträger)
3. Anmeldung bei der Fahrschule
4. Die Gutachten
5. Die Fahrausbildung
6. Eintragung von Auflagen und/oder Beschränkungen
7. Aushändigung Ihres Führerscheins

Ihr Weg zum Führerschein

1. Suche der geeigneten Fahrschule

Prüfen Sie zunächst, ob an Ihrem Wohnort bzw. in näherer Umgebung eine Fahrschulung vorhanden ist, die auf die Ausbildung von Fahrern mit Handicap spezialisiert ist. Unter dem Punkt „Fahrschulen“ finden Sie eine Auflistung von geeigneten Fahrschulen.
Haben Sie eine passende Fahrschule gefunden, klären Sie in einem persönlichen Gespräch, ob eine Fahrausbildung mit Ihren spezifischen Anforderungen möglich ist. Melden Sie sich jedoch nicht direkt an, sondern lassen sich zuerst einen Kostenvoranschlag erstellen!

2. Der Antrag bei Ihrem Kostenträger (Leistungsträger)

Im Zweiten Schritt sollte geklärt werden, ob und vom wem Sie gefördert werden können. Der Antrag auf Kostenübernahme für den Führerschein unterscheidet sich nicht von dem für den behindertengerechten Umbau eines Fahrzeugs oder der Bezuschussung eines PKW-Kaufs. Sie beantragen auch hier eine Leistung, die in der Kraftfahrzeughilfe-Verordnung (KfzHV) aufgeführt ist. An welchen Leistungsträger Sie sich am besten wenden, wie Sie einen Antrag formal stellen, und wie Sie ihn inhaltlich begründen sollten, finden Sie hier unter dem Punkt Fahrzeugbeschaffung

Wichtig: Beantragen Sie formlos im Rahmen des Führerscheinerwerbs die Kostenübernahme eventuell erforderlicher Gutachten gleich mit.

Der Zuschuss zur Erlangung des Führerscheins ist nicht begrenzt. Wie beim Autokauf richtet sich die Höhe der Bezuschussung nach der monatlichen Bezugsgröße. Liegt Ihr monatliches Einkommen bei bis zu 40% der Bezugsgröße, bekommen Sie 100% der notwendigen Führerscheinkosten erstattet. Bei bis zu 55% der Bezugsgröße erhalten Sie zwei Drittel der Kosten und bei bis zu 75% noch ein Drittel.

3. Anmeldung bei der Fahrschule

Wenn Sie die Zusage zur Bezuschussung durch den Kostenträger vorliegen haben, können Sie sich bei Ihrer Fahrschule anmelden. Stellen Sie dann über die Fahrschule einen Antrag "auf Erteilung der Fahrerlaubnis" bei der für Sie zuständigen Führerscheinstelle.
In dem Antrag muss angegeben werden, ob Ihre körperlichen oder geistigen Fähigkeiten in irgendeiner Weise durch Unfall oder Krankheit eingeschränkt sind. Ist dies der Fall, fordert Sie die zuständige Behörde auf, ein medizinisches und ein technisches Gutachten vorzulegen.

Wichtig:  Sie sollten den Ausbildungsvertrag mit der Fahrschule erst abschließen, wenn Sie einen positiven Bescheid Ihres Kostenträgers erhalten haben.

Schritt 4: Die Gutachten

Sie benötigen zwei Gutachten: ein medizinisches und ein technisches Gutachten.

Da Sie der Auftraggeber der Gutachten sind, entscheiden Sie, wer diese erstellen soll. Fällt das Gutachten nicht in Ihrem Sinne aus, sind Sie nicht verpflichtet, es bei der Führerscheinstelle vorzulegen. Sie können dann einen anderen Sachverständigen beauftragen, ein Gutachten zu erstellen. Die Gutachten unterliegen der Schweigepflicht. Sind Sie allerdings mit dem Gutachten einverstanden, gestatten Sie dem Gutachter per Unterschrift, dass er es an bestimmte Stellen weiterleiten darf.

Achten Sie darauf, dass das Gutachten verständlich, logisch und nachvollziehbar ist und nur die Punkte aufgreift, die Ihre eigene Fahrleistung mit der nicht behinderter Personen unterscheidet. Ist das Gutachten für Sie unverständlich, fragen Sie nach und verlangen gegebenenfalls Nachbesserung.

Wichtig: Sie erhalten das Original des Gutachtens. Verwahren Sie dieses sorgfältig auf und geben Sie nur Kopien an die entsprechenden Stellen weiter.

Das medizinische Gutachten

Das medizinische Gutachten sollte idealerweise von einem Verkehrsmediziner erstellt werden.
Es Auskunft darüber geben, welche Krankheit oder Behinderung vorliegt und klären, inwieweit diese Behinderung/Krankheit Sie in Bezug auf die Fahrtüchtigkeit einschränkt. Ein Attest oder eine Bescheinigung reichen hier nicht aus, da sie keine ausreichende Aussagekraft haben.

In den meisten Fällen reicht das einfache medizinische Gutachten aus. Liegt bei Ihnen ein neurologischer Befund vor oder kann Ihr Handicap Spasmen verursachen, ist meist ein Medizinisch-Psychologisches Gutachten erforderlich. Dies gilt vor allem bei folgenden Erkrankungen: spastische Lähmungen, Schädel-Hirn-Traumata, Schlaganfall, Spina Bifida und Multiple Sklerose.

In einer psychologischen Untersuchung wird geprüft, ob Sie ein Fahrzeug ordnungsgemäß durch den Straßenverkehr steuern können. Hier wird getestet, ob Ihr Wahrnehmungs-, Orientierungs- und Reaktionsvermögen sowie Ihre Konzentration ausreichend sind.

Das technische Gutachten

Zusätzlich zu dem medizinischen Gutachten benötigen Sie ein technisches Gutachten. Dieses kann bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen des TÜVs oder der DEKRA in Auftrag gegeben werden. In diesem Gutachten wird festgelegt, welche Hilfsmittel und Umbauten Sie für das Führen eines Kraftfahrzeuges benötigen.

5. Die Fahrausbildung

Die Fahrausbildung verläuft wie bei jedem anderen Fahrschüler. Bevor Sie sich zur Führerscheinprüfung anmelden, haben Sie, wie jeder andere Fahrschüler auch, einige Theorie- und Fahrstunden zu absolvieren. Der Gesetzgeber schreibt mindestens 14 Theoriestunden und 12 Sonderfahrten vor.

Die Sonderfahrten bestehen aus:

  • 5 Überlandfahrten
  • 4 Autobahnfahrten
  • 3 Nachtfahrten

Am Ende der Fahrausbildung stehen die Zulassung zur theoretischen und praktischen Führerscheinprüfung und deren Durchführung.

6. Eintragung von Auflagen und / oder Beschränkungen in Ihren Führerschein

Wenn Sie auch diese letzte Hürde sicher überwunden haben, wird Ihnen endlich Ihr Führerschein ausgehändigt. Dieser kann Einschränkungen enthalten, welche aber nicht Ihre Mobilität einschränken, sondern Ihre Fahrsicherheit erhöhen.

Diese Auflagen werden seit Einführung der EU-Führerscheine in Kennziffern verschlüsselt. Was diese Kennziffern bedeuten, finden Sie unter dem Punkt "Führerschein-Auflagen".

7. Aushändigung Ihres Führerscheins

Im letzten und erfreulichsten Schritt bekommen Sie Ihren Führerschein ausgehändigt und können die neu gewonnene Freiheit genießen. 

Wenn wir Ihnen auch bei der Auswahl des richtigen Fahrzeuges behilflich sein können, dann sprechen Sie uns doch persönlich an.